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Vier Frauen, vier Kinder: Bundesregierung nimmt deutsche IS-Mitglieder im verdeckten Einsatz zurück

Vier Frauen, vier Kinder Der Bund holt Mitglieder des deutschen IS in einer verdeckten Operation zurück

05.10.2022, 20:21

Zum sechsten Mal fliegt die Bundesregierung deutsche IS-Angehörige aus kurdischen Gefangenenlagern zurück nach Deutschland. Laut Medienberichten handelt es sich um vier Frauen und vier Kinder aus Niedersachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und dem Land Hessen.

Die Bundesregierung fliegt eine Gruppe deutscher Unterstützer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) und ihre Kinder in einer verdeckten Operation aus Syrien aus. Wie der „Spiegel“ berichtet, sitzen vier Frauen und vier Kinder seit Jahren in kurdischen Gefangenenlagern.

Dem Bericht zufolge wurden sie unter Berufung auf Sicherheitskreise mit einem Transportflugzeug der US-Luftwaffe über einen Luftwaffenstützpunkt in Kuwait nach Deutschland geflogen. Die Maschine wird in den Abendstunden in Frankfurt am Main erwartet. Die Generalstaatsanwaltschaft und weitere Staatsanwaltschaften ermitteln gegen die Frauen unter anderem wegen des Verdachts der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung. Die Flüchtlinge stammen ursprünglich aus Niedersachsen, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Unter den IS-Anhängern ist laut „Spiegel“ auch Marcia M. Demnach sind die 33-Jährige und ihr Ehemann Oğuz G. in den mutmaßlichen IS-Terrorplan verwickelt. 2016 soll die Abteilung „Auslandsoperationen“ versucht haben, Kommandos nach Deutschland zu schmuggeln. Marcia M. hatte den Ermittlern zufolge die Aufgabe, Islamisten in Deutschland mit möglichen Attentätern zusammenzubringen: Sie mussten IS-Kämpfer heiraten, um sich zu tarnen. Die angeblichen Pläne scheiterten jedoch.

Rund 40 IS-Anhänger verließen Nordsyrien

An Bord des Flugzeugs ist auch ein 20-jähriger Mann aus Hamburg. Seine Mutter entführte ihn, als er ein Teenager war. Damit weicht die Bundesregierung erstmals von ihrer bisherigen Politik ab, nur Frauen und Kinder nach Deutschland zu repatriieren. Auch gegen ihn führt die Generalstaatsanwaltschaft ein Terrorismusverfahren.

Die Luftbrücke soll die bisher sechste Rückholaktion sein. Beim ersten Flug im Sommer 2019 wurden ausschließlich Waisen und kranke Kinder von IS-Anhängern aus einem Lager in Nordsyrien nach Deutschland gebracht. Später folgten mehrere Flüge mit Frauen und Kindern. Dem Bericht zufolge befinden sich noch immer 40 deutsche IS-Anhänger in Auffanglagern oder Gefängnissen in Nordsyrien. Mehr als zwei Drittel davon sind Männer.